Donnerstag, 8. Februar 2018

GroKo

von Fragolin

Alle Medien sind voll davon, Extrablätter, Sondersendungen, stundenlange Analysen und Diskussionen: Was ist geschehen? Die GroKo wird kommen (oder das GroKo: das große Kotzen)! Hurra! Schulz lobt die schnellste Regierungsbildung nach einer Bundestagswahl, die es jemals gab. Wenn man sechs Monate nach der Wahl darauf kommt, dass das Weiterwursteln der bestehenden Regierung mit kleiner Personalrochade die einzige Möglichkeit ist, die Posten an den Fressnäpfen nochmal abzusichern, ist eine solche Aussage gelinde gesagt mutig. Aber wir reden hier von Schulz, dem nächsten Außenminister, der noch vor fünf Monaten explizit ausgeschlossen hat, jemals ein Amt in einem Kabinett Merkel zu bekleiden. Der die kompromisslose Opposition ausrief, nur fünf Minuten nach dem Bekanntwerden der ersten Hochrechnungen, und jetzt die Große Koalition feiert, als hätten sie gerade etwas ganz neues erfunden, wenn sie einfach weitermachen wie bisher. Da musste nicht viel verhandelt werden außer der Personalrochaden. Aber alle Medien sind aus dem Häuschen, denn Deutschland hat es doch noch einmal geschafft, eine alte Regierung als neue zu verkaufen, und das schneller, als es Flughäfen baut.

Und es wird noch unappetitlicher als unter dem Märchenonkel Martin und der Kreischboje „In die Fresse“-Nahles: Heiko Maas bleibt Justizminister. Absolut untragbar und der beste Beweis, dass Merkel inzwischen bereit ist, Deutschland und die Deutschen jeden Preis zahlen zu lassen, um an der Macht zu bleiben. Es geht bei der Koalition der brutal abgewatschten Wahlverlierer des Vorjahres nur noch um den Machterhalt. Nochmal vier Jahre durchhalten, plündern und die Taschen vollstopfen. Und die süße Rache an allen genießen, die einen nicht gewählt haben. Koste es Deutschland, was es Merkel wolle.

Was soll man dazu noch sagen? Wie soll man das noch kommentieren? Ich verspüre eigentlich nur Übelkeit. Aber ich bin auch gespannt. Nämlich zum Einen, ob die SPD-Basis da mitspielt und das Ganze nicht noch beeinsprucht, was zwar rechtlich irrelevant wäre, aber am Ende auf eine Spaltung der SPD hinauslaufen könnte, und zum Anderen, ob die CDU-Basis sich das noch lange gefallen lässt, zum Ertragen sozialistischer Politik verknackt zu werden, nur weil die Parteichefin, die schon nichts mehr mit den Werten der CDU-Basis gemein hat, an ihrem Sessel kleben bleiben will.
Sollte dieses Horrorkabinett mit der Kanzlerin ohne Skrupel, dem Außenminister ohne Inhalt, dem Innenminister ohne Rückgrat, dem Justizminister ohne Gewissen noch die restlichen dreieinhalb Jahre durchhalten bis zur nächsten Wahl und die Deutschen dann wieder diesem Panoptikum der Übelkeit genug Stimmen schenken, um weiterzumachen, werde ich mir fest vornehmen, beim Untergang dieses Landes mir jegliche Träne zu verkneifen. Und dafür zu kämpfen, dass wir in Österreich nicht wieder einmal jubelnd in den Untergang folgen sondern eine Insel sind, auf der die wenigen Deutschen, die das nicht mehr aushalten, Asyl finden.

Kommentare:

FDominicus hat gesagt…

Die Dt. haben immer noch zu 1/3 CDU gewählt. Sollen diese gerne darunter leiden.

Gerd Franken hat gesagt…

Was man dazu noch sagen soll? Treffender als sie kann man es gar nicht formulieren: Das große Kotzen. Chapeau, Treffer versenkt. Merkel wird als die große Dame der Sozialdemokratie in die Geschichtsbücher eingehen. Das muss man ihr erst einmal nachmachen. Darauf eine Raute......

Anonym hat gesagt…

„Jedes Volk“ bekommt die Regierung, die es verdient“ lautet das bekannte Diktum. – Nur gilt das für die Mehrheit der Hirnvollwasch-Stimmvieh-Herde. – Ergo kann eine Haltung dazu nur ambivalent sein, so man sich nicht zu dieser Herde gehörig fühlt. – Denn, so sehr man es dem Buntes-Maso-Kulpato-Pöfel gönnt, weiterhin seine Domina und deren Peitsche goutieren zu dürfen, so sehr „gro-kotzt“ es einen fürwahr an abermals die selben Gro-Ko-tzbrocken vorgesetzt zu bekommen.

Arminius hat gesagt…

Merkel war erwartungsgemäß bereit, die Deutschen einen hohen Preis für ihre Amtsverlängerung zahlen zu lassen.
Jetzt erwarte ich für sie einen heißen Herbst nach der Bayernwahl und dann, daß sie innerhalb der nächsten 12 Monaten aus dem Amt gejagt wird.

Ich bin bereit, mich an ihren Flugkosten nach Chile zu beteiligen.

Fragolin hat gesagt…

Werter Arminius,
nicht ganz unwahrscheinlich, dass diese Koalition nicht lange hält, aber ich befürchte, dass Merkel leider nur Kurzstrecke fliegen wird, denn noch sitzt ihr versoffener Truchseß in Brüssel und hält ihr den europäischen Kaiserthron warm. Warum wohl beschließt sie gerade, dass ihre untertänigen Kartoffeln freiwillig noch viel mehr Geld nach Brüssel überweisen wollen?
MfG Fragolin

FDominicus hat gesagt…

Wie "unpassend" gerade heute hielt ich fest:
Ich befürchte, es ist für mich so weit. Ich habe keinem der im Parlamente vertretenen Parteien meine Stimme gegeben. Ich halte nun mal die einzige gute Politik für eine Liberale. Mann kann auch sagen, ich bin dafür Politik aus jedem Leben so weit es irgend geht heraus zu halten. Also nein, ich bin es nicht gewesen der CDU/SPD etc unterstützte. Ich muß mich nun für meine dt. Mittmenschen schämen. Wie konnten Sie nur so lange diese CDU/SPD wählen, wie konntem Sie sich da wieder zu mehr als der Hälfte zu entscheiden.
Für einzelne Personen kann man sich nur noch mehr schämen. Herr Schulz ist ein unvergleichbarer Lügner. Was die CDU - mit Frau Merkel an der Spitze haben spottet jedem Buchstaben in Parteinamen. Was isst an der CDU noch christlich, die pfeifen auf so vieles was den christlichen Glauben ausmacht. Was ist an der CDU so noch deutsch? Wahrscheinlich die Amtssprache, wie man sich derartig mit Leuten arrangiert, die Chisten nicht leiden können ist erschreckend.
Und für was steht eine Union? Nun die dt. Union kann es wohl kaum mehr sein, Also steht die CDU nur noch für eine noch weitgehendere Entmachtung von Deutschland in der Union.
Was kann man der SPD noch zu Gute halten? Ich beiß' mir zwar fast 'nen Zahn aber aber es sind die Jusos, bei der CDU auch ehere noch die Jungen. Aber insgesamt sind wir das, wo wir schon mehrfach die letzten 100 Jahre warn. Die unglaublich ignoranten und ja sorry dummen Deutsche, hängen mal wieder an Ihren Führern. Der Weg dieser ist in den Untergang aber egal. Es gibt keine Nation dieser Erde die Blödheit und Nibelungentreue so verkörpert wie die Deutsche. Erst gehen wir in die falsche Richtung und wenn wir nicht ans Ziele kommen, Schauen wir uns nicht um sondern fangen an zu rennen - klar - in die gleiche falsche Richtung Unseren Weg pflastern Leichenberge. Fürchterlich.
Und damit denke ich, habe ich genau das Wort gefunden was Deutschland, seine Politiker und Wähler komplett beschreibt:
Es ist "FÜRCHTERLICH"

Anonym hat gesagt…

Das Lustige ist nur: Ende November wurde hier einhellig der "Mut" des Herrn Lindner belobigt, "Jamaika" platzen zu lassen.

Wer das damals soo heldenhaft fand, soll jetzt mal nicht über die pöhsepöhse GroKo schimpfen. Was, bitteschön, wäre denn die Alternative gewesen? Eine regierung bildet sich nun mal nur, wenn 50%+1 der Abgeordneten sie tragen. Linder wollte nicht. Bei Licht besehen ist die GroKo also das Geschöpf von niemand anderem als dem sauberen Herrn Lindner. Chapeau!

Le Penseur hat gesagt…

Cher (chère?) "Anonym",

lassen Sie mich auf Ihre lichtvollen Schuldzuweisungen entgegnen, daß IM Erika ja jede Menge anderer Optionen gehabt hätte. Nach einer derart schallenden Ohrfeige seitens der Wähler für eine Koalitionsregierung wäre die noaheliegendste Reaktion eines Parteichefs und Spitzenkandidaten wohl gewesen, zurückzutreten, um die Bahn für einen Nachfolger freizumachen. Und zwar sowohl bei der Union, wie auch bei den Sozen.

Und auch die jeweiligen Nachfolger hätten selbstverständlich jede Menge anderer Optionen gehabt, als — ebenso sesselkleberisch wie postenschachernd — eine Koalition der Verlierer zu bilden. Das logischste wäre wohl eine bürgerliche Koalition von Union, FDP und AFD gewesen (denn es gibt eben keine linke Mehrheit im Bundestag), oder auch (falls die Feigheit vor der Presse zu groß gewesen wäre) Schwarz/Gelb unter Tolerierung einer anderen Partei, sei es nun die AFD oder die SPD. Das hätte eine Stärkung des Parlamentarismus bedeutet, Demokratie nicht bloß zur Inszenierung, zum Zierdeckchen einer Hinterzimmerpolitik von etablierten, eingespielten Parteiklüngeln gemacht.

All das und manches mehr wäre möglich gewesen. Wenn IM Erika Anstand gehabt hätte (von Schulz Anstand zu erwarten, hieße freilich trying to teach pigs to sing, wie der Engländer sagt ...). Hatte sie nicht — was mich bei einer Person wie ihr nur endenwollend verwundert, weil es ihr eben nur um den Platz am Futtertrog ankommt.

Dafür jetzt Lindner verantwortlich zu machen (der offengesagt nicht unbedingt zu meinen Lieblingen gehört — ich halte ihn für einen mit vielen Wassern gewaschenen Opportunisten erster Güte und mit, unbestritten, einer gewissen rhetorischen Begabung), das ist recht kühn!

Nein: die Wiederauflage der Koalition der Unfähigen und postengeilen Korrupten ist in der Verantwortung derer, die sie eingehen, nicht dessen, der es ablehnten, an diesem üblen Spiel mitzumachen.

Anonym hat gesagt…

Zum bürgerlichen Block Union-FDP-AfD":

Wenn die AfD eine bürgerliche Partei ist, spätestens dann ist die Erde eine Scheibe und der Weihnachtsmann ein Osterhause.

Le Penseur hat gesagt…

Cher (chère?) "Anonym",

na was denn sonst, wenn nicht eine bürgerliche Partei ist die AfD? Jedenfalls bürgerlicher als die unter Merkel endgültig nach links abgerutschte CDU.

Ja, stimmt: im Kern ist auch die CSU noch bürgerlich (wenn auch von div. Herz-Jesu-Sozen durchwachsen) — und die FDP ist halt seit Jahren wieder eher linksliberal und hipp-zeitgeistig, und nur noch bei Schäffler & Co. als bürgerlich zu bezeichnen. Wer bürgerliche Wert sucht, wird also noch am ehesten bei der AfD fündig werden.

Daß nicht alle ihre Wähler bürgerlich sind — na, das ist eine banale Selbstverständlichkeit! "Bürgerlich" von den eigenen Werthaltungen her ist in der Bevölkerung immer nur eine Minderheit von, sagen wir mal, 15-20% gewesen. Aber die Richtung wird eben in einer bürgerlichen Partei von jener Gruppe angegeben, die diese bürgerlichen Werthaltungen (Selbstdisziplin, geschäftliche Anständigkeit, Sparsamkeit, wirtschaftliches Denken, Geschichtsbewußtsein, Traditionsverbundenheit etc. etc.) vertritt. Daneben wird jede Partei selbstverständlich auch von anderen Gruppierungen (und aus den verschiedensten Gründen) gewählt.

All das war einmal, unbestritten, in der CDU beheimatet. Wenn Sie mir jetzt erzählen wollen, Sie könnten davon in der CDU (oder auch der FDP) noch namhafte Kreise finden, dann muß ich leider Sie für den Beweis der Existenz des Weihnachtsmanns halten — um es mal höflich zu umschreiben ...

Fragolin hat gesagt…

Werter Anonym,
wer noch an Weihnachtsmann und Osterhase glaubt, für den sind die Mehrzahl der AfD-Mitglieder (Beamte, Angestellte, Kleinunternehmer und Selbständige) natürlich kein Bürgertum. Der hält Gender auch für eine Wissenschaft und Sozialisten für altruistisch. Der glaubt daran, dass langzeitarbeitslose Orchideenstudierte in NGO-Hilfsjobs unsere Zukunft verbessern und fleißige Ingenieure aus Nigeria unsere Renten sichern. Und hält Martin Schulz für einen kompetenten Politiker. Passt.
MfG Fragolin