Donnerstag, 18. Mai 2017

Kurz beschrieben. Ein Gastkommentar


... den Kurz-Euphorikern ins Stammbuch geschrieben.

von Oliver H.


Daß aktuell, vom Bundeskern über den Substandardrau bis hinunter zu unserem Forentrompeter, sich alle deklariert linken Schwachmatiker dieses Landes an Sebastian Kurz abarbeiten, ist also für Sie ein veritabler Indikator, beim solchermaßen Attackierten ginge alles mit rechten Dingen zu? (Das erinnert verdammt an die neoliberale Verteidigung von TTIP und CETA: „Wenn diese Abkommen von notorisch Linksgedrallten angegriffen werden, dann müssen sie im Umkehrschluß OK sein.“)

Bislang wähnte man funktionale Dyslexie eher bei Unterschichten, denen man demgemäß auch nicht vorhalten kann, wenn sie beim Entziffern einfacher Texte versagen. 

Apropos einfach:
  • Willkommenskultur – check. 
  • Islam gehört zu Europa – check. 
  • Opposition zu Ungarn betreffend Flüchtlingsquoten – check. 
  • Auf einer 100%-Linie mit van der Bellen in EU-Fragen – check. 
  • Wird von van der Bellen explizit als politische Nachwuchshoffnung für Österreich verkauft – check. 
  • Erfährt in internationalen Medien einen eigentümlichen Hype wie kein Österreicher zuvor – check. 
  • Hat die Balkanroute geschlossen – fail! 
  • Nennt Macron einen Nicht-Linken – check. 
  • Frauenquote – check. 
  • Installiert den juristischen Maulwurf Brandstetter als Vizekanzler – check.

Halbwegs Kundige hätten Kurz eingedenk dessen — wie die meisten Systemzöglinge mit orkanartigem Rückenwind — als Fulbright-Stipendiaten vermutet; die CFR-Mitgliedschaft aber ist ein Ritterschlag, der einen mehr als baff zurückläßt.

Der Vergleich mutet untergriffig an, aber da quakt jemand wie eine Ente, watschelt so und fliegt dergestalt, und dann listet ihn sogar das zoologische Lexikon als Ente — wie offensichtlich muß es denn noch sein?!

Yuri Bezmenov hat ohne jeden Zweifel recht: Sind die Massen erstmal eingeseift, dann kann man ihnen Beweise vorlegen ohne Ende, sie werden dennoch in ihrer Verblendung verhaften bleiben ...




(Der Kommentar erschien ursprünglich zu diesem Artikel

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Dass Linke wie Rechte Schwachmaten Kurz mit ihrer hatte speech überziehen, ist allein schon ein Indiz, was für ein Ausnahmetalent unser nächstes Bundeskanzler wird. Kurz ist Österreichs Macron. Euer Messias "HCS" wird sowas von abschmieren gegen ihn! :-)

Oliver H. hat gesagt…

Frei nach Andreas Khol gilt die Wahrheit als Kind der Zeit. Dasselbe gilt für Wahrheiten, die in einem genialen PR-Coup zu artifiziellen Legenden verdreht wurden, wie etwa jene Story, Sebastian Kurz hätte die Balkanroute geschlossen - und dies sogar gegen große Widerstände.

Nicht nur belegen frei einsehbare Zeitungen des Balkans und Berichte diverser offiziellen und inoffiziellen EU-Gipfel das astreine Joint-Venture dieses Unterfangens, sondern sogar Sebastian Kurz selbst mit eigenen Worten: "Bitte nicht immer mit dem Vorwurf des Nationalen kommen [...] Auch die Westbalkanroutenschließung wurde zu einer europäischen Lösung, sie ist von allen 28 Staats- und Regierungschefs so beschlossen worden."

Quelle: Podiumsdiskussion "Kleine Zeitung" vom 08.05.2017, Thema: "Kurz gegen Glawischnig: Was läuft falsch in Europa?", Tonbildaufzeichnung siehe:
https://livestream.com/kleinezeitung/events/2374657/videos/155911641
Die entscheidenden Worte fallen knapp nach Minute 47.

Le Penseur hat gesagt…

Cher (chère?) "Anonym",

ob HC Strache abschmieren wird: wait and see ...

Daß Kurz von den Stippenziehern (EUrokratie, CFR & Co.) genau dazu aus dem Hut gezaubert wird, ist jan klar - nur: ob's funktioniert, hängt von einer Menge von Imponderabilien ab, wie bspw. der Entwicklung der Ausländerkriminalität in den letzten zwei Wochen vor der Wahl verläuft, ob sonst ein gröberer Skandal bei der SPÖVP einfach nicht mehr unter der Budel zu halten ist etc. etc.

Aber prinzipiell haben Sie leider recht: bei der Blödheit der meisten Wähler und v.a. -innen (mit Mutterinstinkten ...) ist zu befürchten, daß das trojanische Pferd Basti zum Zweck des Machterhalts der Systemparteien gewinnen könnte.

Wie ich schon einmal schrieb: durch solche Manöver wird aber nur der finale Crash hinausgezögert und damit letztlich verschlimmert. Im Gegensatz zu Ihnen, dem ich diesen schmerzhaften Aufschlag durchaus wünsche (Sie und Ihresgleichen führen ihn durch Ihr Wahlverhalten schließlich herbei bzw. verschärfen ihn!), werde ich jedoch ebenalls Leidtragender dieses Crashs sein, obwohl ich ihn durch mein Wahlverhalten - wie zu befürchten steht: leider vergebens! - zu verhindern bzw. zu mildern versuchte.

Ihre Häme trage ich mit Fassung: meine getroffenen Vorkehrungen und mein Lebensalter berechtigt mich zur Hoffnung, daß es Sie schlimmer und v.a. länger treffen wird.

Und, wie gesagt: ich gönne Ihnen das von Herzen! Denken Sie halt daran, wenn es Sie trifft ...