Donnerstag, 19. Oktober 2017

Mannomann

von Fragolin

Die „Zeit“, jenes frischebewahrende Hamburger Spezialpapier für die Verpackung von Produkten der Nordseefischerei, das gegen die Langeweile der eingewickelten Fische lustige Texte auf die Einpackbögen drucken lässt, hat in seinem Internet-Ableger (Wieso braucht Packpapier sowas? In einen Laptop kann man höchstens eine Flunder einpacken!) eine volkserzieherische Liste zusammengestellt, was Männer unbedingt beachten müssen, wenn sie Umgang mit Frauen pflegen.

Laut einer Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes haben 39 Prozent der Frauen im Berufsalltag schon Kommentare und Witze mit sexuellem Bezug gehört.“

Stimmt, das ist diskriminierend. Es beweist nämlich die Unterrepräsentanz von Frauen in technischen Werkstätten, Produktionshallen und am Bau. Sonst wäre die Quote doppelt so hoch.
Bei Männern beträgt sie übrigens gefühlte 100%.

Wenn du an einem Meeting teilnimmst und siehst, dass nur Männer anwesend sind, mach dich dagegen stark.“

Ach ja? Indem ich die Putzfrau mit einlade? Oder muss ich jedesmal unsere Firmenchefin dazuholen? Die wird sich bedanken. Hat ja nichts anderes zu tun, als die Quotentussi im Einkaufsmeeting zu spielen. Muss ich als Mann also losgehen, und irgend eine Frau, gegen die ich ja meine Machtposition nicht ausspielen darf, zum Quotendasein verknacken? Damit sie „repräsentiert“ ist?
Wenn sie dazugehört, kann sie sich selbst stark machen, wenn sie zu schwach dafür ist und männliche Anleitung braucht, tja, sorry, aber dann gehört sie nicht dazu. Diese „Benimmregeln“ sind ja offensichtlich nichts anderes als sexistische Aufforderungen, Frauen als gesellschaftlich Behinderte zu behandeln.
Und deshalb geht das in dem Ton auch weiter.

Wenn ein Mann eine Frau unterbricht, steh für sie ein. Sage: "Hey, sie hat etwas gesagt."“

Also abgesehen davon, dass es bei uns eher die Frauen sind, die Männer nicht zu Wort kommen lassen, gilt auch hier: Braucht das Prinzesschen einen strahlenden Ritter? Muss sie am Patschhanderl genommen werden? Wenn bei uns die Konstruktion mit dem Verkauf und der Beschaffung im Meeting sitzt, sitzen da vier Männer und zwei Frauen drin, und alle beide wären zurecht beleidigt, wenn ich mit so einem blöden Sager („Oh hört, sie kann sprechen! Sogar ganze Sätze bilden!!“) daherkomme. Die können sich selbst beschützen, die wissen, wie sie sich behaupten. Deshalb sitzen sie auch in dem Meeting und räumen dort nicht nur das Geschirr rein und raus.

Bezeichne Frauen im beruflichen Kontext niemals als hysterisch.“

Ach, und wenn sie es sind? Als überstimuliert situationsinkohärent?

Berühr keine Frauen, die du nicht kennst – und ganz ehrlich: Wenn du das generelle Bedürfnis hast, irgendwelche Frauen anzufassen, frag dich, warum.“

Gibt es den Satz auch auf arabisch?
Wurde der auch mit der örtlichen Vertrauensperson der islamischen Glaubensgemeinschaft diskutiert? Oder kann man den gleich mal als islamophob stehen lassen?
Nein, keine Hetze, sondern Tatsache: Immerhin hat ein Imam erklärt, Vergewaltigung wie in Köln geht absolut in Ordnung, denn wenn sich Frauen unzüchtig bekleidet vor strammen Arabern zeigen, dann ist das, als würde man ein Stück rohes Fleisch vor ein hungriges Löwenrudel werfen. Das bei den Löwen die Weibchen jagen weiß der Islamkundige scheinbar nicht, aber was soll‘s, die glauben ja auch, die Erde wäre eine Scheibe und die Raumfahrt ein Märchen der Ungläubigen, was sie gerne auch über Satellitentelefon verbreiten.

Hast du das Gefühl, Frauen schulden dir etwas? Das tun sie nicht.“

Irrtum. Einige schulden mir schon seit ewig Geld. Aber das sehe ich eh nie wieder. Und eine ein paar Jahre meiner Lebenszeit. Aber die sind auch weg. So what.

Selbst wenn du meinst: "Hmm, und was ist mit grundsätzlichem Respekt?" Dann frage dich, ob du ihr denselben entgegenbringst.“

Was hat das mit Frauen zu tun, ihr sexistischen Schwachmatiker? Respekt muss man sich verdienen, und dann kann man ihn einfordern. Egal ob Mann oder Frau. Oder sonstwas.

Schicke einer Frau keine Bilder von deinem Penis. Es sei denn, sie hat darum gebeten.“

Echt? Die bitten bei euch darum? Also mich hat noch nie eine gebeten. Und ich schicke auch keine Bilder.
Als ich noch ungebunden war, haben ihn einige sehen wollen, aber die standen alle auf Natur und echt, mit anfassen und so, und sagten das auch nicht so sondern man hat einfach geflirtet und irgendwann, nach Stunden oder Wochen, das war individuell anpassbar, flachgelegt.
Bin ich froh, aus der analogen Zeit zu kommen, als man Sex noch mit Leuten und nicht mit Bildern gemacht hat! Ganz normal, hetero und mit viel Spaß, ohne jedes schlechte Gewissen. Ich beneide mich selbst um diese Zeit.

Erlaube dir keine Schlüsse über die Intelligenz von Frauen, ihre Fähigkeiten oder ihre Wünsche nur aufgrund ihrer Kleidung.“

So, liebe Fischkoppeinwickler, eines möchte ich euch noch in die Merkzeile als Kommentar klickern: Ihr seid sexistische, biologistische und schwer diskriminierende Armleuchter! Kein Wort zum richtigen Umgang mit Menschen der anderen 146 Geschlechter, mit biologischen Männern, die sich als Frauen fühlen und umgekehrt, oder als irgendwas anderes, was weiß ich. Ihr fokussiert euch auf billigen Geschlechterkampf im Rahmen des überholten patriarchalischen Konstrukts der biologischen Definition von Geschlecht.
Bei den angesprochenen Szenen scheint es sich um praktische Erfahrungen aus der eigenen Redaktionsstube zu handeln. Meine Fresse, muss es da rund gehen...

Zahle Frauen dasselbe Gehalt, das du Männern zahlst.“

Zahle ich. Denn der KV sieht nichts anderes vor, er lässt mir keinen Spielraum. Nur die Qualifikation und die Leistungseinstufung, und auch die sind vorgegeben und nicht von mir altem Sack mit hämischem patriarchalischem Hohnlachen extra als gläserne Decke gegen Frauen gezimmert worden.
Wer als HTL-Abgänger in die Konstruktion kommt, wird als Konstrukteur bezahlt. Das Geschlecht ist mir sowas von wurscht, wenn die Leistung passt.
Ich werde aber niemals einer Frau das gleiche zahlen wie einem Mann, wenn der Mann in 3D hochkomplexe Maschinen konstruiert und die Frau einmal in der Woche den Bildschirm an seinem PC abwischt. Und das gilt übrigens auch andersherum. Die biologischen Ausformungen zwischen den Beinen sind kein Qualifikationskriterium.

Deshalb von mir noch ein Tipp für „die Frauen“ zum richtigen Umgang mit „den Männern“:
Benehmt euch einfach ganz normal und setzt auf das, was ihr könnt, aber vergesst dieses dümmliche Opfer-Getue und dieses ständige Gejammere nach dem Mann, der euch verteidigt oder protegiert, damit ihr durch Schiebung das bekommt, was der Mann durch Mühen erreicht hat. Der beste Beweis sind die starken Frauen, die mit den gleichen Mühen weit gekommen sind; denen spuckt ihr ins Gesicht, wenn ihr fordert, dass das allen Frauen zusteht weil sie Frauen sind, was sich einige hart erkämpfen mussten.
Hört einfach auf damit.
Und wenn ihr zuwenig könnt, dann lernt.
Der prozentuelle Frauenanteil bei den Meisterprüfungen im Maschinenbau liegt im unteren einstelligen Bereich. Niemand steht euch im Weg außer ihr selbst!

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Richard von Schaukal: ein Zitat (3)

»Eure Rede sei Ja – ja! Nein – nein! Was darüber ist, ist von Übel.« Die Weisheit und die Wahrhaftigkeit der Sprache, des Mittels, Gedachtes zum verständlichen Ausdruck zu bringen, sind in diesen ewigen Worten des größten Lehrers der unbelehrbaren Menschheit besiegelt. Wie hoch stände das vernunftbegabte Geschöpf, das an Un- vernunft seinesgleichen sucht, unter den andern der Not und der Notdurft gehorchenden irdischen Wesen, wenn es die menschlichste aller göttlichen Vorschriften unverbrüchlich zu befolgen gelernt hätte! Wahrlich, alles Übel in der Welt geht vom Wort aus, seinem Mißbrauch, seiner Vergeudung. Alle Lüge stammt aus dem die Grenzen seines Zweck-gebrauchs überschreitenden Wort. Seht euch um auf allen Gebieten eurer Tätigkeit, schaffende Erdenbürger: im Verkehr der Völker wie dem der einzelnen, im Erwerbs-leben, in der Verwaltung, in der Geschichtsschreibung, der Rechtsprechung, der Erziehung, der Lehre herrscht das üble, das verderbliche Übermaß des Wortes, die Wortemacherei, das Geschwätz.
 (»Von unsichtbaren Königreich«) 

Linker Humor

von Fragolin

Hahaha wie lustig, die „Satiriker“ von der „Titanic“ sind endlich auf Böhmermann-Niveau angekommen. Und rufen unter dem Deckmantel der „Satire“ zum Mord am „Baby-Hitler“ Sebastian Kurz auf.



Ja, so geht linker Humor. Man erklärt jeden, der einem nicht zu 100% zu Gesicht steht, zum Ungläubigen, äh, zum Nazi, und erklärt ihn zum lebensunwerten Freiwild. Und unter „Hitler“ geht da eh nix mehr, die sind schon auf dem argumentativen Kellerboden aufgeschlagen und beißen sich jetzt am Estrich die Zähne aus.

Nur mal so ein Gedankenspiel:
Die gleiche Hetze auf einem Bild von Merkel: „Endlich möglich: Alte Ossi-Schachtel abschießen!“
Oder doch Claudia Roth? „Endlich möglich: Heulboje abknallen!“
Vielleicht aber auch das Bild einer Moschee? „Endlich möglich: Islamistenbrutstätten eliminieren!“
Na, ist das Satire?
Wer jetzt noch die Frage mit „Ja“ beantworten kann, kann sich zurücklehnen.
Wer nicht, sollte sich fragen, warum bei einem solchen verhetzenden Hass-Getwittere die Amadeu-Antonio-Stiftung schweigt.

Übrigens, liebe „Titanic“-Hetzer, die ihr euch für Satiriker haltet, nur weil unter diesem Deckmantel jede linke Hetze verkauft werden darf: Satire ist zwar immer Provokation, aber Provokation ist nicht immer Satire. Manchmal ist sie einfach nur billige Hetze. Satire mit Niveau, das wäre ein Bild, was das Subjekt der Lächerlichkeit preisgibt, Kurz verschaukelt, ihn auf Silberstein-Niveau als Baby auf Schüssels Arm zeigt, ja, das ist Satire.

Satire, das ist etwas, was mit Scherz, Ironie und tieferer Bedeutung einhergeht und nicht auf dem Grabbeltisch der Geschmacklosigkeiten einfach als Bodensatz unten ausflockt. Ihr seid keine Satiriker, nur weil ihr im übertragenen Sinne Haken- und Fadenkreuze an Hauswände schmiert, denn da bewegt ihr euch auf dem gleichen Niveau wie Leute, die Schweineblut auf Moschee-Baustellen kippen. Ach was, die sind sogar noch lustiger, weil sie niemanden körperlich gefährden.

Wer Aufruf zum Mord als Schenkelklopfer sieht ist auf einem geistigen Niveau unterwegs, wo man sich über Besachwaltung ernsthaft Gedanken machen müsste. Das ist die mentale Ebene von Hinterhofglatzen, die sich bei einem echten doitschen Bier in der Stammkneipe gegenseitig ausmalen, wie lustig es wäre, sowas wie Merkel oder Schulz mit dem Baseballschläger in die Gosse zu prügeln.

Naja, wer sich auf diesem Niveau geistiger Pantoffeltierchen wohl fühlt, wird wohl weiter dieses linksbedruckte Klopapier kaufen und sich freuen, wenn dort linksextreme Hetze auf den nächsten G20-Gipfel vorbereitet. Was zu dem Rückschluss führt: Wer sowas jetzt noch kauft, ist einfach krank im Hirn. Sorry, aber einen anderen Schluss kann ich nicht ziehen.

Dienstag, 17. Oktober 2017

Am 17. Oktober 1727

... (mithin heute vor 290 Jahren) gelangte die

TRAUER-ODE
auf das Ableben
Ihrer Majestät der Königin in Polen
und Kurfürstin zu Sachsen,  Frauen
Christianen  Eberhardinen


auf Worte des Johann Christoph Gottsched, nachmaligem außerordentlichem Professor für Poetik und darnach ordentlichem Professor der Logik und Metaphysik an der Universität zu Leipzig, als Kantate in Musik gesetzet von Johann Sebastian Bach (BWV 198), Kantor zu St. Thomas, ebendort:


Laß, Fürstin! laß noch einen Strahl
Aus Salems Stern-Gewölben schießen,
Und sieh, wie viel hier Tränen fließen,
Und sieh Dein hohes Ehrenmahl!
Dein Sachsen, Dein bestürztes Meißen,
Erstaunt bei Deiner Toten-Gruft;
Das Auge tränt, die Zunge ruft:
Mein Schmerz muß unaussprechlich heißen.

Hier klagt August, der Prinz, das Land,
Der Adel ächzt, der Bürger trauert,
Wie hat Dich nicht das Volk bedauert,
Sobald es Deinen Fall empfand?
Verstummt! verstummt ihr holden Saiten!
Kein Ton vermag der Länder Not,
Um ihrer teuren Mutter Tod,
O Schmerzens-Wort! recht anzudeuten.

Der Glocken bebendes Getön,
Soll der betrübten Seelen Schrecken,
Durch ihr geschwungnes Erz entdecken,
Und uns durch Mark und Adern gehn.
O könnte nur ihr banges Klingen,
Davon das Ohr uns täglich gellt,
Der ganzen Europäer-Welt,
Ein Zeugnis unsers Jammers bringen!

Wie starb die Heldin so vergnügt!
Wie mutig hat Ihr Geist gerungen,
Bis Sie des Todes Arm bezwungen,
Noch eh er Ihre Brust besiegt.
Ihr Leben ließ die Kunst zu sterben
In unverrückter Übung sehn:
Unmöglich konnt’ es dann geschehn,
Sich vor dem Tode zu entfärben.

Ach selig! wessen großer Geist,
Sich über die Natur erhebet,
Vor Gruft und Särgen nicht erbebet,
Wenn ihn sein Schöpfer scheiden heißt.
An Dir, Du Muster großer Frauen,
An Dir, erhabne Königin,
An Dir, Du Glaubens-Pflegerin,
War dieser Großmut Bild zu schauen.

Der Ewigkeit saphir’nes Haus
Zieht Deiner heitern Augen Blicke,
Von der verschmähten Welt zurücke,
Und tilgt der Erden Denkbild aus.
Dein heller Glanz, gleicht hundert Sonnen,
Ein Licht das unsern Tag zur Nacht
Und unsre Sonne finster macht,
Hat Dein verklärtes Haupt gewonnen.

Was Wunder ist’s? Du bist es wert,
Du Fürbild aller Königinnen!
Du mußtest allen Schmuck gewinnen,
Der Deine Scheitel itzt verklärt.
Nun stehst Du vor des Lammes Throne,
Verschmähst des Purpurs Eitelkeit
Vor Deiner Unschuld Perlen-Kleid,
Und spottest der verlaß’nen Krone.

So weit der volle Weichsel-Strand,
Der Niester und die Warthe fließet,
So weit sich Elb und Muld ergießet,
Erhebt dich beides Stadt und Land.
Dein Thorgau geht im Trauer-Kleide,
Dein Pretzsch wird kraftlos, starr und matt;
Denn da es Dich verloren hat,
Verliert es seiner Augen Weide.

Doch Königin! Du stirbest nicht,
Man weiß was man an Dir besessen,
Die Nachwelt wird Dich nicht vergessen,
Bis dieser Weltbau einst zerbricht.
Ihr Dichter, schreibt! wir wollen’s lesen:
Sie ist der Tugend Eigentum,
Der Untertanen Lust und Ruhm,
Der Königinnen Preis gewesen.


Soloists:
Soprano: Ingrid Schmithüsen
Alto: Charles Brett
Tenor: Howard Crook
Bass: Peter Kooy
Performed by La Chapelle Royale under the direction of Philippe Herreweghe. Recorded by Harmonia Mundi France in 1988.


Part I.
1. Laß, Fürstin, laß noch einen Strahl (Chorus)
2. Dein Sachsen, dein bestürztes Meißen (Recitative: S) 05:58
3. Verstummt, verstummt, ihr holden Saiten! (Aria: S) 07:08
4. Der Glocken bebendes Getön (Recitative: A) 11:00
5. Wie starb die Heldin so vergnügt! (Aria: A) 11:58
6. Ihr Leben ließ die Kunst zu sterben (Recitative: T) 19:21
7. An dir, du Fürbild großer Frauen (Chorus) 20:29

Part II.
8. Der Ewigkeit saphirnes Haus (Aria: T) 22:37
9. Was Wunder ists? Du bist es wert (Recitative: B) 26:43
10. Doch, Königin! du stirbest nicht (Chorus) 29:11


The Trauerode BWV 198 occupies a special place among Bach's secular cantatas. It is at once his only surviving secular music of mourning and the only extant cantata that he contributed to an official university ceremony. The work's genesis is unusually well documented. The Electress of Saxony Christiane Eberhardine had died suddenly on 5 September 1727 at the age of fifty-six. She was highly respected in Saxony for resisting the pressure of the court to embrace the Roman Catholic faith which her husband had adopted in 1697 in order to become eligible as king of Poland. Since that time she had lived in retirement in the castle of Pretzsch on the Elbe. The ceremony planned by Leipzig University for 17 October was thus a political event of the first order. It would appear that the president of the Leipzig Deutsche Gesellschaft, Johann Christoph Gottsched, was the prime mover behind the event; but he clearly did not want to adopt too prominent a position with respect to the Saxon court, and therefore entrusted an aristocratic student from his circle, Hans Carl von Kirchbach, with the preparations for the ceremony, while he himself contributed the text for a large-scale mourning ode.

Kirchbach commissioned a setting of Gottsched's poem from Bach, as the highest-ranking musician in the city, thereby passing over the figure who by rights should have received it, the university's music director Johann Gottlieb Görner. Once the project became known, Görner immediately lodged a protest with the university authorities, demanding that the commission be withdrawn from Bach and given to him instead. Although he had the university on his side, Görner was finally defeated by the obstinacy of Kirchbach - who threatened to call the whole event off - and had to be content with a compensatory payment. In the meantime, Bach had already pressed ahead with his setting of Gottsched's ode. The end of the autograph score is dated 15 October, which means that the ten-movement work was finished just two days before the performance. The (now lost) parts must therefore have been copied out in the greatest of haste.

The ceremony began at nine o'clock in the morning with a solemn procession of the town council and university professors from the Nikolaikirche to the Paulinerkirche, where Kirchbach pronounced his eulogy in memory of the Electress, framed by Bach's music. Since the ceremony took place during the Leipzig Michaelmas Fair, it was attended, as a contemporary account tells us, by 'many personalities, princes, and other persons of high rank, Saxon and foreign ministers, chevaliers from the court and elsewhere, along with numerous ladies'. After the guests had taken their seats in the church, the university beadles distributed the printed text of the music, the first part of which commenced immediately. The Leipzig chronicler Ernst Christoph Sicul reports that Bach had composed his music 'in the Italian style, with Clave di Cembalo, which Mr. Bach himself played, organ, viola da gamba, lutes, violins, recorders, transverse flutes, &c.'.

Bach was well aware of the significance of this solemn occasion, for he provided it with music of matchless splendor. In order to realize his musical conception of a grandiose funeral cantata after the Italian model, he began by modifying the regular organization of Gottsched's poem - the stanzas were split up and regrouped to enable them to be set as choruses, recitatives, and arias. The scoring of the work, too, is exceptionally delicate. The standard orchestra of transverse flutes, oboes d'amore and strings was expanded to include two violas da gamba and two lutes, which give the work its distinctive sound, at once somber and silvery.
(Peter Wollny)

Hummel

Sein Trompetenkonzert kennt man ja — ein Glanzstück für alle Virtuosen — und wenn man boshaft wäre, möchte man es fast für einen gefälligen musikalischen Spaß von W.A. Mozart halten ...


Gleiches läßt sich von seinem überaus charmanten, doch ungleich weniger bekannten Fagottkonzert (mit Bravour vom jungen Fagottisten Mathis Kaspar Stier gemeistert!) sagen:


Doch war dieser Hummel wirklich bloß ein spätgeborener Mozart-Klon? In seinen Frühwerken wohl schon — aber hören Sie einmal sein 2. Klavierkonzert:


Da weht — bei aller »Wiener Klassik« — schon ein deutlich »romantischeres« Lüftchen durch das Orchester! Mozart goes Chopin, sozusagen (auch das Klavierkonzert in a-moll op. 85 weist schon ein wenig in diese Richtung) ...

Hummel ist der Mann »zwischen den Generationen«, eine Position, die zur Zeit seines Lebens ihm manche Vorteile verschaffte, ihm damit posthum aber den Ruhm verhagelte. War er zu Lebzeiten der auf dem sicheren Fundament der Klassiker ruhende Meister, der sein darob begeistertes Publikum mit einigen, mit leichter Hand hingeworfenen Vorgriffen auf die (damalige) Zukunft in Bewunderung und Staunen versetzen konnte, so ist nun der Epigone, der sich den Durchbruch zu wirklich Neuem nicht ganz traute. Und doch brachte uns diese gönnerhafte Geringschätzung gegenüber seinen »größeren« Komponistenkollegen um viel Hörvergnügen, nein, mehr noch: um manch echte Schätze der Musik! Wie bspw. um das Klavierquintett in es-moll op. 87:


Oder um Hummels beschwingt-energisches Klaviertrio op. 93:


Heute vor 180 Jahren, am 17. Oktober 1837, ist Johann Nepomuk Hummel zu Weimar verstorben, wo er seit 1819 als Hofkapellmeister des Großherzogs von Sachsen-Weimar-Eisenach wirkte (und auch Musiklehrer der jungen Prinzessin Augusta, späterer Königin von Preußen und Deutscher Kaiserin, war).

False flag?

Wir Ösis sind ja schon gestählt durch den letzten Wahlkampf: daß das, was im Internet kursiert, nicht unbedingt von dem stammen muß, von dem es angeblich stammen soll, ist uns nicht mehr neu (nur den ca. 27 Prozent, welche diese Verbrecherpartei gewählt haben — oder es ist ihnen einfach legal-illegal-scheißegal ...). Nun tauchen auch zu den Vorgängen in Las Vegas interessante Details auf:
False Flag-Operationen haben gemein, dass sich das transportierte Narrativ im Laufe der Zeit ändern muss, da immer wieder neue Erkenntnisse auftauchen, die nicht mit der offiziellen Version in Einklang zu bringen sind.
Auch Las Vegas bildet hier keine Ausnahme. Nachdem die Polizei bereits den Attentats-vorgang abgeändert hat und dadurch noch mehr Fragen bei Menschen aufwarf, die die offizielle Berichterstattung nicht unhinterfragt hinnehmen wollen, kommt nun eine neue Dimension hinzu.
Der Schlußsatz des kurzen Artikels ist freilich ein Knüller:
... die jetzigen „Anpassungen und Gegebenheiten“ im Falle Las Vegas lassen immer mehr Stimmen laut werden, die davon ausgehen, dass das Attentat eine False Flag- Operation oder eine schief gelaufene Psy-Op der Geheimdienste war – inklusive mehrerer Schützen. Mit dem Ziel schärfere Waffengesetze einführen zu können.
Wenn man das im Kontext eines Artikels auf LewRockwell liest, in dem über die nach wie vor nicht veröffentlichten, sondern in geheimen Dossiers verschlossen gehaltenen Vorgänge um die Ermordung von J.F.K. und zu den vielen Versuchen zur Ermordung von Castro u.a. folgendes berichtet wird:
In 1961, Cuban exiles, with the backing of Kennedy and the US government, tried to overthrow Castro in the Bay of Pigs debacle. The plan was to assassinate Fidel and Raúl Castro along with Che Guevara. On the day President Kennedy was assassinated in 1963, an agent was sent on a mission to kill Castro.
Yet the plotting against Castro was carried out under four US presidents, and only Kennedy was murdered.
Previously released CIA files show the Agency was, incredibly, in league with the Mafia in plotting some of the 600 attempts on Castro’s life.
One file even indicates Robert Kennedy saying he was “angry” when he found out. But he didn’t call a halt to this unholy alliance.
Wie geradezu harmlos muten angesichts solcher Sittenbilder von Staatsverbrechern in unseren ach so vorbildlichen »Demokratien« die paternalistisch beschwichtigenden Worte von Reichskanzler Fürst Bismarck an, der bekanntlich meinte:
Je weniger die Leute davon wissen, wie Würste und Gesetze gemacht werden, desto besser schlafen sie.
Damals waren eben offenkundig Zeiten, in denen Leute noch gut schlafen konnten ...


Die Nutzlosen

von Fragolin

Das leise Singen eines Schleifsteines hallt durch die Flure der Grünen, die sich wohl bald in einem Kleinbüro zusammenkuscheln müssen, wenn erstmal die Millioneneinnahmen aus Parteienförderung und Klubförderung ausbleiben und fast vier Millionen für die Schulden aus der Wahlfinanzierung zusammengekratzt werden müssen, und es ist der Schleifstein der die Schneide der Guillotine schärft, bevor das Große Kopferollen beginnt. Vereinzelt ist auch ein hartes Kratzen zu hören und unter dem Hintern diverser Bundesvorstandsmitglieder bilden sich kleine Häufchen von Sägespänen neben den Sesselbeinen.

Man hat sich überhoben. Das kommt eben davon, wenn man überheblich ist. Immerhin hat man einen Bundespräsidenten installiert und glaubte sich damit unbesiegbar, und hat nicht eine Sekunde begriffen, dass der nicht etwa gewählt wurde, weil er ein Grüner ist, sondern weil er es erstaunlich erfolgreich geschafft hat, den Blau-Verhinderern vorzugaukeln, eigentlich überhaupt nie richtig ein Grüner gewesen zu sein.

Ausgerechnet Ulrike Lunacek kurz vor der eurokratischen Mumifizierung nochmal aus der Brüsseler Nekropole auszugraben und als strahlende Erneuerung zu präsentieren, und das nach der Implosion des intriganten Innenlebens um die Karawankenmamba, ließ selbst hartgesottene Grünwähler den Kopf schütteln; zu sehr ergab sich das Bild einer personell ausgebluteten Versagertruppe. Alles roch nur noch nach feministischer Nabelschau, aber nirgends kam mehr ein Problem zur Sprache, das die Menschen in der alltäglichen Lebensrealität bewegt. Binnen-I und Diversitätsjubel angesichts explodierender Mieten, einer krachenden Wirtschaft, Migrationskrise und Kriminalitätsexplosion locken keinen mehr hinter dem Ofen hervor. Und wenn diese Inhaltsleere auch noch von einer abgehalfterten wie -gehobenen Eurokratin präsentiert wird, die vor laufenden Kameras argumentatorische Inkompetenz mit weinerlichem Prinzessinnengehabe auslebt, dann ist der Absturz vorprogrammiert.

Und sie kapiert es nicht. Typisch Feministin, die zwar von selbst nichts auf die Reihe bekommt aber davon überzeugt ist, einfach dadurch bereits überragend zu sein, weil sie, um es mal mit den Monty Pythons zu sagen, eine Mumu hat. Nach oben getragen nicht durch Kompetenz sondern parteiinterne Intriganz und Quotenforderung, bekommt sie einmal im Leben eine wirklich herausfordernde Aufgabe übertragen, bei der sie erwartungsgemäß die Karre an die Wand knallt, nur um dann festzustellen, dass – na, wer hat es erraten? Richtig – ein Mann daran schuld ist! Und deshalb hat sie noch am Wahlabend nach dem weiblichen Heulkrampf begonnen, typisch feministisch gegen Peter Pilz anzugiften, der natürlich die volle Verantwortung für das eigene Versagen trägt. Ohne irgend einen Mann, der für sie verantwortlich ist, kommen die Feminazissen eben nirgends aus.

Und so werden die Messer gewetzt und erste Stuhlbeine angesägt, während der bereits vom Präsidentenwahlkampf und jetzt noch viel höher verschuldete Inkompetenzhaufen in Schockstarre liegt. Vollkommen planlos, weil die Fähigkeit zur Reflektion schon lange im unermesslichen Mittelmeer ihrer moralischen Überheblichkeit und Fehleinschätzung der eigenen Inkompetenz jämmerlich ersoffen ist. Lunacek wird sich heulend nach Brüssel zurückschleichen und den Schrotthaufen hinter sich lassen; dort kann sie dann die Schuld des Verräters beweinen und über den üblen „Rechtsruck“ in Österreich beschweren. Zurück in ihrer Filterblase kann sie sich wenigstens voll und ganz der Pflege ihrer Realitätsverweigerung widmen. Aus dem Alter, noch lernfähig zu sein, ist sie sehr wahrscheinlich heraus.

Nachdem die grünen Genderistinnen ihre eigene Parteijugend zu den Kommunisten getrieben und den alten Rest an realitätsbezogenen Mitgliedern rausgeekelt haben, bleibt ein zerstrittener stutenbissiger Haufen übrig, der sich überlegen sollte, seine Bundesorganisation einfach aufzulassen. Mit dem verbliebenen Bodensatz wird das nichts mehr.
Sollen sie einen Verlag gründen und Märchenbücher gendern. Sowas kauft zwar keine Sau, aber irgendwer in irgendeinem Amt wird sich noch finden, der das üppig mit Steuergeld fördert. Und ob das Ergebnis ihrer Arbeit irgend einen Nutzen hat, ist eine Frage, die sie sowieso nicht gewohnt sind.

Montag, 16. Oktober 2017

Was keiner wagt ...


Was keiner wagt, das sollt ihr wagen,
Was keiner sagt, das sagt heraus,
Was keiner denkt, sollt ihr befragen,
Was keiner anfängt, das führt aus.
Wenn keiner ja sagt, sollt ihr’s sagen,
Wenn keiner nein sagt, sagt doch nein,
Wenn alle zweifeln, wagt zu glauben,
Wenn alle mittun, steht allein!
Wo alle loben, habt Bedenken,
Wo alle spotten, spottet nicht,
Wo alle geizen, wagt zu schenken,
Wo alles dunkel ist, macht Licht!

Ein Gedicht von Walter Flex. Der heute vor hundert Jahren, am 16. Oktober 1917, auf der Insel Ösel gefallen ist.

Kern macht den Adenauer

»Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern«

Wie tönte unsere Pizza-Prinzessin bei ihrem Busenfreund im Rotfunk vor sechs Wochen?
Wenn er Zweiter werde, gehe er in Opposition. Und eine rot-blaue Koalition sei Lichtjahre entfernt. Mit diesen beiden Aussagen wartete SPÖ-Bundeskanzler Christian Kern am Montagabend im ORF-Sommer-gespräch auf. Zwei klare Botschaften, mit denen Kern sechs Wochen vor der Nationalratswahl noch das Steuer herumreißen möchte.“
Tja, das liest sich nur einen Tag nach der Wahl anders ...
Tja, vor der Wahl ist eben nicht nach der Wahl ...

Richard von Schaukal: ein Zitat (2)


Symptomatisch für die Kultur der Gegenwart
ist die Vervollkommnung der Surrogate.


Wahlsieger

von Fragolin

Was haben wir gelernt aus dieser Wahl?
Es interessiert den Wähler nicht, mit welchen Mitteln eine Partei arbeitet, mit welcher Niedertracht und krimineller Energie, mit welcher interner Blödheit und Intriganz, mit welchen dubiosen Gestalten sie sich ins Bett legt und was für Dreck sie um sich wirft. Auch Inhalte spielen keine große Rolle, denn bis auf die drei immer gleichen Stehsätze kam von den Kandidaten genau gar nichts. Nein, es geht eigentlich nur darum, ob der Spitzenkandidat den Leuten genug gefällt, sympathisch und emotional ansprechend ist, das genügt in postfaktischen Zeiten.

Anders ist das Ergebnis der SPÖ nicht mehr zu erklären, die maximal einen Einser vor ihrem Ergebnis stehen haben müsste, wenn man nicht von der erschreckenden Vermutung ausgehen will, dass ein Viertel der Österreicher skrupellose Armleuchter sind, die einen persönlichen Vorteil von einer Regierung der Klientelbeschenkung haben und dafür egal welchen Kriminellen wählen würden, Hauptsache es klingelt in ihrer Kasse.

Bei der Frage, ob so viele Landsleute einfach Idioten sind, die nix überzuckern, oder berechnende gemeine Armleuchter, denen für persönlichen Vorteil egal ist, ob das Land vor die Hunde geht, klingt die erste Antwort zumindest tröstlicher. Aber die Lehren, die Parteien aus diesem Wahlkampf und dem Ausbleiben einer Wählerreaktion darauf ziehen können, dürften sich auf kommende Wahlschlachten nicht unbedingt qualitätssteigernd auswirken.

Der eigentliche Wahlsieger heißt Tal Silberstein.
Widerlich.

Fake News

von Fragolin

Nachdem es nur Schweigen in den Medien zu den nächtlichen Verwüstungen der Verlagsstände der „Rechten Verlage“ auf der Frankfurter Buchmesse gab, wabert jetzt aber ein Riesenskandal durch die deutschen Medien, weil es angeblich zu brutalen Übergriffen von Neonazis auf einen armen vorbeigehenden Linken gekommen sei.

Die Wahrheit hat dankenswerterweise Hadmut Danisch auf seinem Blog aufgedeckt: Der Linke wollte in eine Lesung stürmen und wurde von der Polizei überwältigt, die diese Veranstaltung vor genau solchen offenbar latent aggressiven und gewalttätigen Toleranzfaschisten beschützen muss. Es gibt sogar ein Video davon. Es lebe das Smartphone, das immer mehr Lügen aufdeckt.
Aber bezeichnend ist die weiterhin erfolgende mediale Dauertrommlung dieser Fake News eines verlogenen linken Gewalttäters in den Systemmedien. Man ist sowas von geil auf bad news about the right-wings, dass man auf jede Recherche, jede Reflexion, jedes Denken verzichtet und geifert und hetzt hasszerfressen jede Lüge durch. Sie haben nichts gelernt. Gar nichts.

Sonntag, 15. Oktober 2017

Die Systemparteien haben sich konsolidiert

Es war eine Wahl, wie wir sie — mutatis mutandis — bereits vor ein paar Wochen in Deutschland erlebten: in manchem ein wenig weniger kurios im Ergebnis, in manchem jedoch noch kurioser. Insgesamt jedoch für jeden Freund von Freiheit und Rechtsstaatlichkeit alles andere als erfreulich ...

Doch fangen wir bei den wenigen erfreulichen Punkten des heutigen Wahlausganges (sofern er nicht von Magic Christian noch durch das systemisch betrugslastige Wahlkartensystem in einen kleinen Sieg umgefälscht werden kann):

1. immerhin sind mehr als ein Viertel der Wähler bereits aufgewacht. Das ist immerhin schon eine signifikante Zahl — und der etwas gallige Hinweis von Generalsekretär Kickl, daß bei Mitrechnung der ÖVP-Stimmen, die schließlich für ein weitgehend von der FPÖ abgekupfertes Wahlprogramm erzielt werden konnten, die Zahl der Aufgewachten sich den 60% der Wählerschaft nähert, hat inhaltlich auch seine Berechtigung. Der Rest freilich dämmert noch dahin. Was bei über 40% der Wählerschaft auch nicht gerade beruhigend stimmt.

2. Daß die Grünen, so wie's momentan aussieht, endlich aus dem Parlament fliegen, wäre zwar erfreulich, wird aber durch den Umstand, daß die Partei eines zwielichtigen, linksextremistischen Egomanen (und Ex-Grünen) dafür in den Nationalrat einzieht, mehr als getrübt. Die sprichwörtliche »Melonenpartei« (außen grün, innen rot) wäre damit geschält — aber der tiefrote Rest säße nach wie vor im Parlament. Meine Begeisterung (und wohl nicht bloß meine!) darüber hielte sich in Grenzen.

3. Daß die pinke Truppe um den NLP-Spezialisten Strolz durch ihren fast selbstverleugnenden Kotau vor der abgehalfterten Ex-»Spitzenjuristin« Griss praktisch nichts gewonnen hat, erheitert zwar, aber auch nur mäßig — gibt aber zur Hoffnung Anlaß, daß dieses Zeitgeist-Trüppchen vielleicht bei der nächsten Wahl dann doch wieder aus dem Parlament fliegt.

Und damit wären auch die kleinsten Reste von Erfreulichkeit dieses Wahlergebnisses seziert. Denn alles andere reicht von unerfreulich bis schlicht und einfach: skandalös.

Eine Partei wie die SPÖ, die sich ungeniert des gezielten Rufmordes als Wahlkampfmittel bediente, wird von den Wählern nicht abgestraft, sondern landet (sofern Magic Christian, s.o., nicht greift!) auf demselben Stand wie vor vier Jahren. Man kann demnach davon ausgehen, daß mehr als ein Viertel der österreichischen Wähler keinerlei Problem damit haben, eine Partei zu wählen, die sich mit kriminellen Machenschaften — koste es, was es wolle — an der Macht halten möchte. Ein Sittenbild enthüllt sich unseren Augen! 

Daß fast ein Drittel der Wähler einem dem damaligen Chef gegenüber höchst illoyal agierenden Ankündigungspolitiker und Plagiator auf den Leim gegangen sind, läßt das Vertrauen in die Weitsicht der Wählerschaft nicht gerade steigen. Was erwarten die jetzt eigentlich? Daß der smarte  Ankündigungspolitiker Kurz auf einmal wirklich etwas macht — was ihn vielleicht Polularität kosten könnte? Und selbst wenn er es versuchen wollte: er wäre angesichts der mächtigen Hintermänner in der ÖVP politisch schneller tot, als er bis drei zählen könnte!

Es darf nicht vergessen werden, daß der ÖVP-Filz in Bünden, Ländern und Kammern zwar vor der Wahl Kreide gefressen hat, weil diese Apparatschiks genau wußten, daß sie mit einem Aufbegehren gegen Kurz vor der Wahl Selbstmord mit Anlauf begehen würden — aber nach der Wahl sieht die Welt, dank eines stattlichen Wahlergebnisses, schon wieder anders aus! Dann werden sich die alten Seilschaften wieder zu Wort melden, und Kurz (ob er es will, oder nicht, ob er es jetzt schon weiß, oder nicht ...) zu »überreden« wissen, daß eine weitere Koalition mit einem »vernünftigen« Partner, wie bspw. dem Doskozil von der SPÖ doch viiiiel vernünftiger und erfolgversprechender ist, als eine riskante Koalition mit der FPÖ. Und der Hofbürger wird dem kleinen Basti auch ganz großväterlich ins Gewissen reden, wollen wir wetten ...?

Man kann also — und hier begebe ich mich auf das ungeliebte Terrain des Propheten, der (wenn er rechtbehält) wie Kassandra gehaßt, oder (wenn durch kommende Ereignisse widerlegt) verhöhnt wird — davon ausgehen, daß das Rot-Schwarze Gewurschtel durch ein Schwarz-Rotes ebensolches ersetzt wird. Denn daß Kurz in den Koalitionsverhandlungen wirklich an die FPÖ große Konzessionen — wie z.B.: eine starke direkte Demokratie, ORF-Privatisierung und Abschaffung der ORF-Gebühren, Abschaffung der Pflichtmitgliedschaft bei den Kammern, Abstriche bei Sozialleistungen an Migranten, etc. — macht (d.h.: wird machen dürfen!), wäre wohl eher unrealistisch. Ohne solche Konzessionen wäre freilich die FPÖ gut beraten, den Drang nach Pöstchen noch zu bezähmen, und lieber aus der Opposition die einander bald (wie zuvor) durch taktische Spielchen kannibalisierenden GroKo-Zwillinge beim Untergang zu beobachten.

Der FPÖ ist jetzt überhaupt Vorsicht anzuraten: denn es ist durchaus denkbar, daß die politischen Drahtzieher in der EU und jenseits des Atlantik jetzt eine gezielte Falle stellen wollen: zunächst (Schein-)Konzessionen der ÖVP an die FPÖ in Richtung auf mehr Freiheit, Re-Nationalisierung der Kompetenzen weg vom Moloch Brüssel, Eindämmung der Invasorenhorden aus Süd und Ost — und dann, leider, leider: geht halt alles nicht, weil da die EU-»Partner« nicht zustimmen wollen, weil dort ein Stirnrunzeln aus Washington ernstgenommen werden sollte, weil — Überraschung! — auf einmal eine europaweite Medienkampagne läuft gegen den ... — ach, ist doch piepegal gegen wen, Hauptsache: einer von diesen FPÖlern wird angepatzt! Und nochmal ein paar profitable Jahre für die Systemlinge herausgeschunden ...

Nein, defintiv: Wahlen waren schon einmal ein erfreulicheres Thema für Kommentare. In Zeiten von Big Data, allgegenwärtiger Bespitzelung, Bevormundung und Gängelung, immer höherer Abgaben (die jegliche wirtschaftliche Freiheit der Bürger zur Farce machen!) und einer weltweit vernetzten Polit-Mafia, die sich durch Demokratie-Simulation an der Macht behaupten kann, ist das alles nicht mehr wirklich lustig. Vor allem, wenn ein Ausweg aus der Malaise wohl nur durch Bürgerkriege gefunden werden könnte.

Die DDRler hatten's damals leichter: ihr Staat kollabierte fast widerstandslos — und ein über Deutschland sturmfreies Zyklon-Auge der Weltpolitik ermöglichte einen friedlichen Übergang. Es wäre vermessen, in einem Menschenleben solche historische Zufälligkeiten zweimal zu erhoffen. Und selbst wenn — an welchen »großen Bruder« sollte sich Österreich denn anschließen? Und wäre das überhaupt wünschenswert ...?

Fürwahr: wir leben in interessanten Zeiten. Und Kenner chinesischer Sprichwörter wissen, was das heißt ...

Solidarprinzip

von Fragolin

Da plärren die Sozen nach einer Maschinensteuer, denn immer wenn ein Automat die Arbeit eines Menschen ersetzt, will der Staat nicht auf seine Einnahmen verzichten. Aber kaum sagt man ihnen, dass die Leistung dieses Automaten auch von irgendwem bezahlt werden muss und das üblicherweise in der Privatwirtschaft jenseits von Weichen und Bahnsteigen immer der Kunde und nur der Kunde allein ist, toben sie los, dass der Kunde aber niemals für eine erbrachte Dienstleistung, auch am Automaten, zur Kasse gebeten werden darf. Denn für den Kunden muss alles gratis sein.

Und was passiert dann?
Richtig, die Vereinigten Sozialisten von Rot, Blau und Grün bestimmen per Gesetz, dass die Inanspruchnahme einer Dienstleistung wie der Bargeldabhebung an einem Automaten eines Drittanbieters grundsätzlich von der Bank bezahlt werden muss. Um es für unsere Prinzessin klar zu machen: Wenn ich als Kunde eine Ware von einem Händler bestelle, hat die Post die Dienstleistung des Transportes entweder gratis zu erledigen oder das Porto allein dem Händler zu verrechnen, der das aber nicht an den Kunden weitergeben darf. Was wird der Händler machen? Er wird das Risiko der Versandkosten eben auf alle Preise und damit alle Kunden aufteilen.

Und so wird des Sozialisten Höschen wieder feucht vor Freude, denn es passiert das, was sie bei anderen ja so kritisieren aber selbst anstreben: die Sozialisation der Kosten. Damit jener Kreis an Kunden, der solche Automaten nutzt, mit dem Gefühl, seine Interessen wären der Politik ein Herzensanliegen, die von ihm selbst angeforderte Dienstleistung gratis nutzen darf (Personifizierung des Nutzens), müssen alle, auch jene, die diese Dienstleistung nicht nutzen, dafür zur Kasse gebeten werden (Sozialisation der Kosten). Alle Bankkunden zahlen. Auch die, die nichts davon haben. Linkes „Solidarprinzip“: Solidarität bedeutet nicht, dass alle in der Not zusammenstehen und sich gegenseitig helfen, sondern das einige eine Leistung schmarotzen, für die alle anderen zu blechen haben.

Die Alternative, von einem Kommentator bei der „Presse“ sogar lautstark gefordert: Wenn den Banken das nicht passt, sollen sie eben die Dienstleistung einstellen. Von denen gibt es eben kein Geld mehr an Bankomaten.
Genau. So stellt sich ein strammer Sozi die Marktwirtschaft vor: Nicht der Kunde kann frei entscheiden, ob und wann er welche Dienstleistung nutzen möchte und was ihm das wert ist, sondern die Bank (oder noch besser: der Staat) legt fest, was es gibt und was nicht.

Denn jetzt kann ich entscheiden, ob ich mir das Bargeld vom Bankomaten meiner Hausbank gebührenfrei hole oder gegen Entgelt an einem anderen Automaten, zu dem ich bequemer komme, aber dafür eben bezahle.
Ich.
Frei.
Liberal.
Neoliberal.
Das muss ja des Teufels sein...

Gedanken zum Wahltag

von Fragolin

Bevor es nach dem heutigen Abend ans Eingemachte geht und die Menschen erkennen müssen, dass sie wahrscheinlich einer großen Show aufgesessen sind, die von langer Hand geplant wurde, hier noch eine kleine Grafik:


Was kann man darauf erkennen, wenn man den Linien folgt?
Richtig, ohne den kometenhaften Aufstieg des Herrn Kurz wäre die FPÖ mit Abstand stärkste Kraft und es bestünde keine Chance auf eine Fortführung der unseligen Koalition aus Rot und Schwarz. Es war die letzte Gelegenheit, das Ruder herumzureißen. Und es war wahrscheinlich abgesprochen. Denn die SPÖ wusste von den kommenden vorgezogenen Neuwahlen bereits im Herbst 2016, als sie Silberstein engagierte um den Wahlkampf zu starten. Von wem? Woher? Kurz übernahm erst im Mai 2017 die ÖVP. Vorher wäre auch sinnlos gewesen, es musste erst der Bundeswauwau installiert werden.

Ist das auch anderen aufgefallen, dass Norbert Hofer in den letzten vier Wochen vor der Wahl nicht nur von verschiedenen Seiten äußerst untergriffig angegangen wurde, bis hin zum „Krüppel“ (es riecht nach Silbersteins Ausdünstungen), sondern sich auch extrem zurückgenommen und die letzten Duelle mit einem eher schwachen und inhaltsleeren Van der Bellen fast an diesen verschenkt hat? Als ob man den Braten gerochen hatte und wusste, dass im Falle eines Präsidenten Hofer ein „Antifa“-Wüten durch das Land gegangen wäre. Schon damals war das dümmliche Argument, ein blauer Präsident und eine blaue Regierungsbeteiligung würden sich demokratisch ausschließen, da die Überwachungsfunktion des Staatsnotars dann ausgeschaltet wäre, im Umlauf, und keinem fiel es auf, dass doch genau das, nämlich Präsident und Kanzler von der gleichen Partei, bisher doch der gelebte Normalzustand war, ohne dass das Land untergegangen wäre. Aber Strache wollte wohl auf Nummer Sicher gehen und lieber den wirklich gestaltenden Kanzler angehen anstatt einen Parteisoldaten zum machtlosen Präsidenten zu machen und damit eine Einheitsfront gegen die FPÖ zu zementieren.

Was man auf dem Diagramm gut sehen kann ist der spiegelbildliche Verlauf der Kurven von Blau und Schwarz. Das erfolgreiche Installieren des Plauder-Darlings mit der geilen Frisur scheuchte die von der ÖVP Enttäuschten zurück in deren angeblich erneuerte Reihen. Worin die Erneuerung liegen soll außer im ausgehängten Gesicht, leeren Phrasen, neuer Farbe und dahinter dem gleichen Block aus Banken, Bünden und Beamten wie vorher, kann keiner erklären. Leeres Gefasel von „neuem Stil“ und „neuer Politik“ kennen wir schon von Strolz, da ist nichts originell dran und bietet auch keine Inhalte. Kurz ist nur durch Worte aufgefallen, aber nirgends durch Taten. Wäre er in Opposition, hätte man Verständnis dafür, aber er sitzt in der gleichen Regierung, in der er jetzt aber wirklich mal mit arbeiten anfangen will. Ebenso wie Kern. Hä??

Als Silberstein engagiert wurde, war die ÖVP doch kein Feindbild der SPÖ, ganz im Gegenteil, es war der wegbrechende, absterbende Partner der vergangenen Legislaturperioden und nur dessen Wiederaufstieg der einzige Garant für eine Fortführung der Großen Koalition, zu der bisher der gelernte Österreicher immer nur die Wahl hatte, wer im GroKo-Bett oben liegt. Der erklärte Gegner der SPÖ war immer und ist immer noch die FPÖ.

Die Roten hatten ihre Peinlichkeit Faymann, nicht mit der Verschleppung der Präsidentenwahl rechnend, zu früh entsorgt und durch den Ankündigungsyuppie Kern ersetzt, der aber binnen allzu kurzer Zeit seine Munition bereits verschossen hatte. Da war jetzt nichts mehr im Köcher, um noch mal ein paar Prozente zu generieren. Aber bei den Schwarzen war Luft nach oben, die Peinlichkeit Mitterlehner huschte noch in eine mentale Burka gehüllt hinter dem Präpotenzenkanzler hinterher. Also wurde dieser gegen Strahlemann Basti ersetzt – und der enttäuschte nicht. Aber er musste vorgezogene Wahlen ausrufen, erstens weil nicht sicher war ob Juncker ernst macht mit dem EU-Beschluss gegen Grenzkontrollen im November und zweitens musste ein Ergebnis her, bevor auch Kurz‘ Dampfplauderei als solche entlarvt würde und sein Stern wieder sinkt.

Und jetzt kommt es: Was macht Silberstein? Richtig: Massives Anschütten von Kurz und Kern. Was hat das jetzt mit diesem Wahlkampf zu tun? Ganz einfach, was bei der ganzen Diskussion komplett unterging: die ganze Zeit wurde es so dargestellt, als wäre es die FPÖ, die diese Hetze betreiben würde. Der empfindsame österreichische Wähler ist nämlich nicht aufgerüttelt durch negative Meldungen gegen Kurz und Kern, sondern angewidert von der üblen Hetze gegen die Beiden. Der eigentlich getroffene bei der ganzen Schmiere ist Strache. Und der konnte jetzt nicht real anfangen gegen die beiden zu Felde zu ziehen ohne noch mehr als der miese Anpatzer dazustehen und sich die letzte Hoffnung auf eine Regierungsbeteiligung zu vermauern. Falls die jemals da war.

Und so ist als Ergebnis der ganzen Schmierenkomödie die Koalition aus Schwarz und Rot, nur mit leichtem Stellungswechsel, wieder in der Lage, sich das Land fünf weitere Jahre zur Beute zu machen. Fast wäre die Kiste geplatzt, weil es in den Reihen der Roten wie der Schwarzen Leute gibt, die vom jeweils anderen die Schnauze gestrichen voll haben und die Komödie sabotieren wollten. Aber am Ende wird alles gut: Kurz wird Kanzler, der untragbar gewordene Kern kann abtreten und einen üppigen Dankbarkeitsposten übernehmen und die SPÖ unter Doskozil zu den sich wieder Richtung Schwarz verdunkelnden Türkisen in die Koalitionskiste kriechen, huldvoll angelobt vom präsidialen Mäßigungsprediger. Strache kann trampeln und spucken, ihn hat man mal wieder abserviert. Und die Antifa jubelt, den „Rechtsruck“ abgewehrt und den Ausbruch des Faschismus verhindert zu haben blabla.

Wird sich Österreich grundlegend ändern? Wird der Filz durchbrochen? Werden die Sümpfe ausgetrocknet? Die Pfründe verödet? Werden bürokratische Hürden geschleift? Demokratische Freiheiten etabliert?
Träumen wir durch den Tag. Das Erwachen wird bald kommen.
Vielleicht schon heute Abend.
Die Frage wird dann beantwortet, ob die Mehrheit begriffen hat oder lieber dem Gesülze jener glaubt, die dafür bezahlt werden, sie zu veräppeln.

Samstag, 14. Oktober 2017

Andreas Mölzer schreibt völlig zu recht:

Es ist ganz einfach widerlich: Dieses Maß an Verlogenheit, Heuchelei und Niedertracht, das sich in den letzten Tagen und Wochen im Zusammenhang mit dem Wahlkampf in der Alpenrepublik offenbart hat. Da werden für Unsummen angebliche Wahlkampfexperten aus dem Ausland engagiert, verdienen viele Steuermillionen, die sie über die Parteikassen erhalten und greifen zu Mittel, die mit demokratischer Wahlwerbung nichts mehr zu tun haben. Die getürkten Internetseiten die aus dem SPÖ-Umfeld kamen, den ÖVP-Kandidaten schlecht machen sollten und all das so erscheinen hätte lassen sollen, als ob es aus FPÖ-Kreisen käme. Und es betrifft nicht nur die SPÖ, die im Mittelpunkt dieses Politskandals steht. Ungeklärt ist leider auch, wie weit die „Neue ÖVP“ des sich Türkis eingefärbten Kandidaten Kurz darin involviert ist.
Für all jene, die noch immer glauben, der Wahlkampf 2017 wäre durch »gegenseitiges Anpatzen« so schmutzig geworden: nein, ist er nicht. Es war durchaus einseitiges Anpatzen und die darauf folgende, berechtigten Reaktion der Angepatzten. Jetzt mit klassisch sozialistischer Täter-Opfer-Umkehr scheinbar »objektiv« die Anpatzer und die Angepatzten in einem Atemzug zu mahnen, wie es bzw. der Wiener Bürgermeister oder der Bundespräsident versuchten, ist, gelinde gesagt, schäbig.

Aber Hand aufs Herz: wer hätte denn von Sozen (aller Couleurs) schon was anderes als Schäbigkeit erwartet?


Kurz muß sich jetzt um den Wähler kümmern, und nicht um die SPÖ!

Zum Artikel »Im roten Sumpf«, den Werner Reichel auf »Unterbergers Tagebuch« veröffentlichte, der folgende


Gastkommentar
von Riese35


Für mich gibt es zwei Szenarien:

1) Kurz setzt sich mit dem durch, was er jetzt ankündigt, geht eine Koalition mit der FPÖ ein, und schafft es, die problematischen Punkte wie Homo- und Genderpolitik, Quoten und Medien irgendwie in den Griff zu bekommen. Das bedeutet aber nachhaltig harte Kämpfe gegen die westlichen EU-"Partner" im Äußeren und gegen einen Haufen lautstarker "Aktivisten" im Inneren.

2) Kurz und Kern sind bald Geschichte und es wiederholt sich, was wir nach den letzten Wahlen gehabt haben: Karas und Doskozil werden diese Gesetzgebungsperiode prägen. Karas wird auf dem Teppich, den ihm Kurz ausgelegt hat, alle SPÖ-Forderungen erfüllen: EU-Zentralisierung, Wahrheitsministerium und Strafbarkeit von "Lügen" (d.h. Nichtübereinstimmung mit gesetztlich festgelegter "Wahrheit"), Mietzinsobergrenze, Erbschaftssteuer, Flüchtlingsförderung, verpflichtende Ganztagsschule mit verschränktem Unterricht, Ausweitung der Förderungen für NGOs, Maschinensteuer, Vermögenssteuer, weitere neue Steuern etc.

Von jemandem wie Kern, der ständig in der Politik von Gerechtigkeit und Ehrlichkeit (bzw. dem Gegenteil "Fake-News") faselt, war zu erwarten, daß gerade dieser damit Probleme hat. Ehrlich und gerecht ist man, und man redet nicht ständig davon.

Kurz wäre aber gut beraten, gelassen und erhaben damit umzugehen und sich nicht närrisch machen zu lassen so wie weiland 1970 Josef Klaus in der Konfrontation mit Kreisky. Jetzt aus einem Anlaß die Diskussion zu beginnen, Dirty Campaigning strafbar zu machen, arbeitet nur der SPÖ in die Hände, nämlich Kurzens Kräfte zu binden, ihn abzulenken, ihn in die Sache mit hineinzuziehen und ihn in die Falle zu locken.

Kurz sollte sich lieber darauf konzentrieren, die Absurditäten der SPÖ-Forderungen anzuprangern und ruhig, unbeeindruckt von den SPÖ-Schweinereien, und selbstsicher seine eigenen Lösungen für den Wähler herauszustreichen, anstatt den SPÖ-Forderungen mit dem Versuch nach einem noch umfangreicheren Wahrheitsministerium nachzuhinken. Mit den Quotenforderungen, der Forderung nach einer "proeuropäischen" Haltung, der Begeisterung für die Homoadoption und der Begeisterung für den Islam hat Kurz ohnedies bereits viel zu viele SPÖ-Absurditäten adoptiert.

Kurz muß sich jetzt um den Wähler kümmern, und nicht um die SPÖ! Kurzens vis-a-vis ist jetzt der Wähler, und nicht die SPÖ. Wenn der Feind an einer Nebenfront durchbricht, darf der Kommandant nicht jetzt sämtliche Kräfte dorthin verlegen, denn sonst hätte der Feind ein leichtes Spiel, an der Hauptfront sein strategisches Ziel zu erreichen.


Schrifttumsreinigung

von Fragolin

Auf der Frankfurter Buchmesse haben sich stramme Volksgenossinnen und Volksgenossen den Volksgeistzerstörenden Werken gewidmet und diese Woche die Reinigung des multikulturellen, postfaktischen, merkelinischen und progressiven Schrifttums von ewiggestrig-realitätsbezogenen Zersetzungseinflüssen betrieben.

Erst wurde des nachts, also während der Schließstunden der Messe, von offensichtlich auf das Gelände eingedrungenen antifaschistischen Sturmtruppen oder vom Heiligen Zorn im Sinne des Propheten Heiko der Sich-nicht-Wegduckende beseelten Verlagsbetreibern des ultralinken Weltrevolutionsspektrums der Stand des „Antaios“-Verlages mit progressiver Zerstörungswut heimgesucht und die Bücher, also jene Schandtitel der Willkommenszersetzung, die man am rächten Rand der verpackten Gesellschaft findet, in den unverkäuflichen und stellenweise unleserlichen Zustand der Zweckfreiheit überführt, der diesen dunkeldeutschen Machwerken der Meinung der helldeutschen Maas-Jünger nach zusteht.

In einem blanken Furor des Engagements für Toleranz, Nächstenliebe und Humanismus plünderten (die gleichen oder andere – egal) Stiefeltruppen des Wächterrates der Weltvereinigung eine Nacht später dann den ultrasupergigaspitzenrächtsäxträmen Verlag „Manuscriptum“ und entsorgten die literarischen Machwerke rechtsextremer Hetzer wie Vaclav Klaus, Rolf Peter Sieferle oder Michael Klonovsky.
Es soll geheime Bilder davon geben, was mit den Büchern geschah:



Der Staatsschutz ermittelt sicher bereits wegen dieser fürchterlichen demokratie- und verfassungsfeindlichen Tat.
Da kann ja sonst jeder kommen und einfach heimlich Fotos machen!

Ach ja, die „Junge Freiheit“ sollte Wachposten aufstellen. Es besteht die reale Chance, dass sie die nächsten sind, die laut der offensichtlich aktiv abzuarbeitenden Liste des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels von den Toleranzwächtern aufgesucht werden.
Denn, wie schreibt Michael Klonovsky, selbst eines der Opfer dieser in historischen Spuren wandelnden Schrifttumssäuberer so passend:

"Auf der Frankfurter Buchmesse präsentieren sich in diesem Jahr auch einige rechte bis rechtsextreme Verlage", verkündete Alexander Skipis, der dem Börsenverein des deutschen Buchhandels als Hauptgeschäftsführer vorsteht, in dessen Newsletter und lud "dazu ein, die Begegnung mit den Verlagen nicht zu scheuen und für Ihre Meinungen und Werte einzutreten. Meinungsfreiheit heißt auch Haltung zu zeigen. Engagieren Sie sich!" Damit die Haltungszeiger nicht an die falschen Stände tapern, setzte Skipis hinzu: "Drei dezidiert rechte Verlage werden mit einem eigenen Stand vertreten sein: Antaios (Halle 3.1, Stand G 82), Manuscriptum (Halle 4.1, Stand E 46) und die Junge Freiheit (Halle 4.1, A 75)."

So funktionieren Anweisungen zu Straftaten heute.
Geschichte wiederholt sich. Und manche Fotos bleiben ewig aktuell.

Freitag, 13. Oktober 2017

Richard von Schaukal: Ein Zitat

Höchst passend zu den Ereignissen der letzten Wochen:

Das Erste, Nächste, Verbreitetste, Unausweichliche,
womit man zu tun hat, ist die menschliche Gemeinheit.


Schaukal: Zettelkasten eines Zeitgenossen. Aus Hans Bürgers Papieren, Georg Müller, München 1913




»Pro-Europäisch«?

Zum Artikel »Jean-Claude, das Recht und die Wirklichkeit« von Andreas Unterberger der folgende


Gastkommentar
von Riese35


Mich beunruhigt schön langsam Kurzens stupide, regelmäßig wiederholte Forderung nach einer "proeuropäischen" Haltung für einen künftigen Koalitionspartner. Was verbirgt sich hinter dieser nichtssagenden Forderung?

Das kann alles und nichts heißen. No na bin ich proeuropäisch, ist doch Europa meine (größere) Heimat und bin ich ganz in der europäischen Tradition des Hl. Röm. Reiches aufgewachsen, einem jener christlich geprägten Reiche auf dem geistigen Erbe der europäischen Wurzeln, mit dem Kaisersessel in Aachen als Symbol für das Kreuz, auf dem Europa aufgebaut ist.

Meint er wirklich "europäisch" (dh. inkl. Rußland)? Dann begibt er sich in Gegensatz zur EU. Oder meint er "EU"? Das wissen wir nicht. Das sagt er nicht.

Meint er mit "pro", daß man auf alle einem zustehenden Möglichkeiten einer Opposition verzichten müsse (z.B. in letzter Konsequenz auf ein Veto), wenn es in gewissen Zirkeln einen ungeschriebenen "Konsens" gebe, und man nur dort in diesen Zirkeln - vielleicht von Beginn an eingeplant fruchtlose - Überzeugungsarbeit leisten dürfe? Also Kritik in diesen Zirkeln äußern, ja, letztendlich aber den Pfeifendeckel abgeben? Oder meint er mit "pro", daß man auch einen Alleingang wagen und die unsinnigen Rußlandsanktionen im Sinne eines gemeinsamen Europas durchbrechen müsse? Letzteres verstünde ich unter "proeuropäisch".

Und in welcher Tradition sieht er Europa: in der Tradition auf dem Kreuze aufbauend, oder auf der Guillotine?

Das ist mir bei dem Allerweltsbegriff "proeuropäisch" nicht klar. Ich habe bei der ÖVP meine Zweifel. Warum redet er immer von Föderalismus, wenn es aber um Parteien geht, die den EU-Zentralismus ablehnen, dürfe man diese nicht berühren?

Da steckt sehr viel Nebel und stecken sehr viele Widersprüche drinnen.

So wie's aussieht, »verdankt« Österreich Silbersteins Arbeit auch den Almsascha

Profitierte VdB-Team von Silbersteins Arbeit?


Von dem Wahlsieg Van der Bellens war Silberstein jedenfalls im Vorhinein bereits fest überzeugt. Die „Kronen Zeitung“ schrieb hierzu bereits am 5. Dezember 2016: „Schon seit Wochen war hingegen Bundeskanzler Kern auf Van der Bellen eingestimmt. Nicht nur aus Überzeugung, sondern auch, weil er seinem Berater Tal Silberstein vertraut, der regelmäßig aus Israel eingeflogen wird. Silberstein hatte Lage und Kandidaten analysiert, Van der Bellen als klaren Favoriten identifiziert. An den strategischen Erkenntnissen aus Silbersteins Motivforschung ließ Kanzler Kern auch das Wahlkampfteam von Van der Bellen teilhaben.“
Wenn — wofür sehr viel spricht — die Achse Silberstein-Gusenbauer-Kern uns Österreichern den Almsasche auf's Aug gedrückt hat, dann hätten wir einen Bundespräsidenten von Mossads Gnaden. Ach, wie schön! Das im Zusammenklang mit den Wahlmanipulationen bei der ersten Stichwahl bei der BP-Wahl, und den .... ähm ... doch etwas eigenartigen Vorgängen rund um die zweite Stichwahl (schadhafte Briefwahlkuverts, nie dagewesene Zahl von Briefwählern etc.) betrachtet, läßt für die Wahl am Sonntag Übles vermuten. Die SPÖ ist offenbar entschlossen, im Schulterschluß mit den EUrokraten in Brüssel und sonstigen OneWorld-Seilschaften, mit allen — nochmals betont: allen! — Mitteln zu verhindern, daß es in Österreich zu einem »unerwünschten« Wahlergebnis kommt.

Die Interessenlage aller einbezogenen Mitspieler an dieser gezinkten Partie ist gleich: Machterhalt für das etablierte System. Die Motive sind klarerweise etwas verschieden: Soros will seinen Feldzug gegen das pöhse Rußland fortsetzen, und seine durch die Sowjets unter Stalin erlittene (oder auch bloß vermeinte) Unbill gerächt sehen; die Betonköpfe des Military Industrial Complex in Washington wollen die Weltherrschaft der USA, die ihnen so angenehme Profite beschert hat, auch künftig als cash-cow benutzen; die EUrokraten schlottern davor, die nächste Schlappe auf dem Weg in die scheindemokratische Transfer-Union zu erleiden; die SPÖ hat in den Jahrzehnten an der Macht (und ganz besonders in den letzten Jahren seit der BAWAG-Pleite) soviel Dreck am Stecken angesammelt, daß jeder Machtverlust das Risiko einer gerichtlichen Klärung ins unermeßliche steigen ließe, und wohl weite Teile der roten Spitzenfunktionärsriege in strafrechtliche Erhebungen zöge; die GroKo-Kreise der ÖVP wollen sich ihren gewohnten Kungel- und Korruptionspartner nicht nehmen lassen; und die Berufsantifanten von Grün und Pink schließlich wollen einfach Rache an der erfolgreicher um Wählerstimmen werbenden FPÖ nehmen.

Wir können — freilich nicht »getrost«, denn tröstlich ist dieser Blick aufs österreichische Sittenbild nun wirklich nicht! — davon ausgehen, daß auch 2017 die Briefwahlstimmen zu »überraschenden« Ergebnisänderungen führen werden. Denn, wie ein ebenso weiser wie scharfzüngiger Mann sagte: »Wenn Wahlen etwas ändern könnten, wären sie längst verboten worden«. Ein altes Sprichwort sagt, daß der Fisch beim Kopf zu stinken anfange. Was wohl angesichts unserer kommenden »Wahl« nicht ohne Berechtigung wäre ...

Es gibt Tage…

von Fragolin

Reinhard Mey sang einst „Es gibt Tage, da wünscht‘ ich, ich wär‘ mein Hund.“
Es gibt Tage, da wünscht‘ ich, ich wär‘ so wortgewaltig wie Max Erdinger.
Zum Beispiel hier.

Das Schlimmste für Linke ist, wenn man ihnen signalisiert, daß einem ihre Unkultur des Verdachts am Allerwertesten vorbeigeht. Meinereiner ist über das Stadium hinaus, in dem er noch glaubte, sich vor Linken rechtfertigen zu müssen. Und immer mehr Leuten geht es wie mir. Je mehr Leute die Absichten hinter politisch-korrekten, also linken Sprachregelungen erkennen, desto lächerlicher wirkt diese gesinnungsterroristische Pestilenz, die es in den vergangenen Jahrzehnten geschafft hat, sich trotz ihres evidenten Wahnsinns zur allgemein anerkannten moralischen Instanz aufzublasen.
(...)
Die Linke hat selbst jahrzehntelang jede argumentative Auseinandersetzung gescheut und sich im Wahn ihrer eigenen Unfehlbarkeit damit begnügt, Andersdenkende – zumeist Klügere – zu etikettieren. Meldungen wie in der Welt sind nur noch dazu da, eine Relevanz dieser „Gegner“ zu suggerieren, die es nicht mehr gibt. Der Islam ist dermaßen -phob gegen alles außer sich selbst, daß „Islamophobie“ jeden Europäer zum aufgeweckten Kerlchen adelt. Wer etwas auf sich hält, ist „islamophob“. Sogar, daß er dabei einen Begriff akzeptiert, der ihm statt eines gesunden Menschenverstandes eine Krankheit unterstellt, die Phobie nämlich, interessiert nicht mehr. Er erwartet von Linken gar nichts anderes. Er weiß, daß die Linke vor lauter Selbstgerechtigkeit stinkt wie ein gewaltiger Misthaufen.
(...)
Vor allem muß man damit anfangen, ihre Sprachregelungen konsequent dort anzuwenden, wo sie es selbst nicht tun. Der Linke spricht von Mitbürgerinnen und Mitbürgern (wenn er nicht gleich alle unterschiedlos als „die Menschen“ tituliert), von Wählerinnen und Wählern, inzwischen sogar von Christinnen und Christen. Folglich sprechen wir laut und deutlich von Verkehrssünderinnen und Verkehrssündern, von Vergewaltigern und Vergewaltigerinnen, Straftäterinnen und Straftätern. Da reicht dem Linken nämlich die männliche Form. Er redet von Menschen mit Migrationshintergrund, wo unsereiner von Einwanderern oder Invasoren spricht. Reden wir doch von Menschen mit Migrationshintergrund im Vordergrund! Nennen wir einen Kongolesen in Köln einfach einen „Menschen mit Domhintergrund im afrikanischen Vordergrund“. Sagen wir niemals „Martin Schulz“, ohne ein „umstritten“ voranzustellen: Der umstrittene Martin Schulz. Nennen wir keinen linken Politiker einfach einen Politiker, keinen linken Schreiberling einfach einen Journalisten, sondern sagen wir stattdessen „Mensch mit Geschwätzhintergrund“ und „Mensch mit Desinformationshintergrund“. Nennen wir einen Reichen nicht einfach einen Reichen, sondern einen „Menschen mit gelungener Wohlstandsintegration“. Warum sollte Anders Breivik rein sprachlich auf alle Zeiten ein „rechtsextremistischer Terrorist“ bleiben“? Er könnte doch auch zum „Menschen mit defizitärer Sozialisationsteilhabe“ werden?“

Da verzichte ich glatt mal auf das Verreißen der hundertsten halbtoten Sau, die unter lautem Gequieke durch den medialen, von „Menschen mit Geschwätzhintergrund“ bevölkerten, Kral geschleift wird, und schließe mich einfach diesen Worten an.
Besser bekomme ich es eh nicht hin.